Zertifikat Starke Schule: demokratisch und couragiert

Kooperation Zentrum für Lehrerbildung (ZfL)/ Regionale Beratungsteams gegen Rechtsextremismus (RBT)/ Aktion Kinder- und Jugendschutz Schleswig-Holstein (AKJS)


AuftraggeberInnen:
Melanie Korn und Lina Sabrotzki, Zentrum für Lehrerbildung (Arbeitsbereich Workshops & Zertifikate), Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Idee, Konzept und inhaltliche Planung und Ausgestaltung: Melanie Korn, Lina Sabrotzki, Antja Groeneveld (RBT Kiel, AKJS)

Zielgruppe:
Studierende der CAU mit dem Profil Lehramt im Bachelor- und Masterstudiengang;
Fortbildungsangebot im Rahmen der extracurricularen Workshops und Zertifikatskurse des Zentrums für Lehrerbildung

Ausgangslage:

Es gibt viele Gründe, warum sich Jugendliche der extrem rechten Szene anschließen. Mögliche Ursachen sind zum Beispiel strukturelle Einbindungen über die Familie, den Freund*innenkreis sowie dort oder im erweiterten sozialen Umfeld (z.B. Schule oder Sportverein) erworbene rassistische, antiziganistische und antisemitische Ressentiments.
Rechtsextremismus in allen seinen Erscheinungsformen gefährdet das friedliche Zusammenleben und -lernen in unserer Gesellschaft, u.a. in unseren Schulen.
Lehrkräfte haben deshalb die Verantwortung, gegen Rechtsextremismus vorzugehen, um die tatsächlichen und potenziellen Opfer zu schützen, um ein geeignetes Lernumfeld zu sichern und um Jugendlichen, die Gefahr laufen, sich der extrem rechten Szene anzuschließen, frühzeitig Alternativen und Auswege aufzuzeigen.

Seit 2013 finden aus diesem Grunde im freiwilligen Fortbildungsangebot des Zentrums für Lehrerbildung (Workshops & Zertifikatskurse) regelmäßig Workshops zum Themenbereich Rechtsextremismus/Antirassismus statt. Die Veranstaltungen wurden geplant von Antja Groeneveld, RBT Kiel, und seitdem durchgeführt von ihr und ihren Kolleg*innen: Inga Wölfinger, Medi Kuhlemann und Lasse von Bargen.

Inhaltlich wurden folgende Themen bearbeitet:
Antirassismus und Alltagsrassismus, Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Neue Erscheinungsformen des Rechtsextremismus, Styles und Codes, Rechtsextremismus in SH und Eltern im Kontext Schule, Umgang mit rechtsextremen Einstellungsmustern bei Schüler*innen und bei Eltern.

Nach einem intensiven Beratungsgespräch wurde deutlich, dass aufgrund der Komplexität des Themas und der Notwendigkeit an der eigenen Haltung zu arbeiten, geeignete Methoden und Strategien zu erproben und Erfahrungen zu sammeln, zukünftig ein entsprechendes Zertifikat angeboten werden soll. Der Pilot wurde im Sommersemester 2018 erfolgreich mit 13 Lehramtsstudierenden durchgeführt.

Ziele:
Für das Sommersemester 2019 ist die Fortführung eines semesterbegleitenden Zertifikatskurses geplant mit einer Gruppe von max. 15 Studierenden, der in Theorie- und Aktionsanteilen (Praxis), folgende am Bedarf der Studierenden orientierten Inhalte vertiefen wird:
Arbeit an der eigenen Haltung, Stärkung der Diskurs- und Argumentationsfähigkeit, Hinführung zu mehr Klarheit und Verbindlichkeit des eigenen Tuns, Sensibilisierung und Ermächtigung/Stärkung der pädagogischen Handlungskompetenz beim Umgang mit menschenverachtendem Verhalten, wie z.B. Rassismus, Antisemitismus, Homophobie und Rechtsextremismus.
Das Ziel des Zertifikats besteht unter anderem darin, den Studierenden, im Hinblick auf die im Rahmen des Zertifikats gesammelten praktischen Erfahrungen, bestimmte Strategien im Umgang mit menschenfeindlichen Situationen im Kontext Schule an die Hand zu geben. Diese Strategien sollen die Studierenden befähigen, die grundlegenden Wert, Normen und Regeln von Vielfalt und Diversität in einer Demokratie zu identifizieren und zu vertreten.
Fachübergreifend sollen Materialien aus dem Schulunterricht, wie Schulbücher auf Diskriminierung und Abwertungsinhalten, untersucht werden, um so Rechtsextremismus und Antirassismus/Antisemitismus auch als Querschnittsaufgabe zu vermitteln.

Aufgaben:
Die Aufgabe für die Referent*innen wird primär darin bestehen, durch bedarfsgerechte Methoden, die Selbstreflexion für die o.g. Themenschwerpunkte bei den Studierenden anzuregen, um so die Selbstwirksamkeit im Umgang mit menschenrechtsverletzendem Verhalten bei Schüler*innen, Kolleg*innen und Eltern präventiv entgegentreten zu können. Durch den Einsatz von interaktiven Methoden sollen zudem die Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit der zukünftigen Lehrer*innen gestärkt und erweitert werden. Darüber hinaus sollen Berührungspunkte zwischen Betroffenen und Studierenden geschaffen werden.

 

Ablauf und Inhalte

Der Zertifikatskurs ist in 5 Teile gegliedert, die für den Erhalt des Zertifikates alle erfolgreich absolviert werden müssen.

 

Im Laufe des Einstiegswochenendes legen Sie fest, welche Art von Praxisanteil Sie parallel zu den theoretischen Seminaren absolvieren möchten:

 

Sie absolvieren mindestens 20 Stunden in der Praxis. Nach individueller Absprache können Sie die Stunden auch auf die unterschiedlichen Möglichkeiten aufteilen und so Einblicke in verschiedene Bereiche der Praxis gewinnen.

 

Bitte beachten Sie: Indem Sie sich in den OLAT-Kurs einschreiben, melden Sie sich verbindlich zum Zertifikat an.

 

Anmeldung: Ab dem 19.01.18 (12:00 Uhr) bis zum 12.04.18 (23:59 Uhr) online auf der Lernplattform OpenOLAT: Katalog/ Zentrum für Lehrerbildung/ Zertifikatskurse/ Zertifikat Starke Schule